Lunes im Wirkungsbericht 2025

Lunes Team bei der Arbeit

Wie entwickelt sich Lunes weiter? Was sagen Lernende und Lehrkräfte? Was steht für 2026 im Fokus? Der frisch veröffentlichte Wirkungsbericht 2025 der Tür an Tür – Digitalfabrik gibt Antworten. Seit 2016 dokumentiert die Organisation hinter Lunes ihre Arbeit jährlich nach dem Social Reporting Standard – nun zum neunten Mal in Folge. Neben Lunes arbeitet die Tür an Tür – Digitalfabrik an weiteren digitalen Lösungen, die Teilhabe erleichtern – darunter die Integrations-Plattform Integreat und die digitalen Berechtigungskarten. Alle Aktivitäten sind im Wirkungsbericht 2025 dokumentiert. Der vollständige Bericht steht hier zum Download bereit.

 

Berufsvokabular als Schlüssel zur Teilhabe

Lunes richtet sich an Menschen, die in Deutschland einen Beruf mit Berufsausbildung anstreben und Deutsch als Zweit- oder Fremdsprache lernen. Im Fokus stehen berufsspezifische Fachbegriffe – Werkzeuge, Materialien, Arbeitsabläufe –, die in allgemeinen Sprachkursen kaum vorkommen, im Arbeitsalltag aber entscheidend sind.
Damit wirkt Lunes auf mehrere Ebenen der Integration gleichzeitig: Auf der sprachlichen Ebene stärkt die App den Erwerb berufsbezogener Sprachkompetenz. Auf der ökonomischen Ebene trägt berufssprachliche Kompetenz dazu bei, dass Menschen eine qualifikationsgerechte Beschäftigung finden und halten können. Denn wer die Sprache des eigenen Berufsfeldes beherrscht, kann auf Augenhöhe kommunizieren, Missverständnisse vermeiden und fachliche Kompetenz auch sprachlich sichtbar machen. Darüber hinaus hat die Möglichkeit, den eigenen erlernten Beruf auszuüben, positive Auswirkungen auf das persönliche Wohlbefinden – denn berufliche Anerkennung und Selbstwirksamkeit sind eng mit dem Gefühl von Zugehörigkeit verknüpft.

 

Neue Lerninhalte

Damit Lunes für möglichst viele Berufsfelder genutzt werden kann, müssen Lerninhalte effizient erstellt und geprüft werden können. 2025 wurde ein KI-gestützter Erstellungsprozess entwickelt. Über 1.100 neue Vokabeln für fünf Berufe wurden damit erstellt – inklusive Audio-Dateien und Bildern. Gleichzeitig wurde das Redaktionssystem umfassend überarbeitet, um die Pflege und Erweiterung von Lernmaterialien deutlich zu vereinfachen.
Auch didaktisch hat sich einiges getan: Der neue Lernmodus „Vokabeln Vertiefen“ ermöglicht eine individuellere Wiederholung gelernter Wörter. Weitere Lernmodi, die Schreiben, Lesen, Hören und Sprechen miteinander verbinden, wurden mit Fokusgruppen und in Interviews validiert. Ihre Fertigstellung ist für 2026 geplant.

 

Was Lernende und Lehrkräfte uns zurückmelden

Um sicherzustellen, dass Lunes tatsächlich an den Bedarfen der Zielgruppe ausgerichtet ist, haben wir 2025 systematisch Rückmeldungen eingeholt. Eine Befragung von 37 Nutzenden zeigt: Die wichtigsten Motivatoren beim Lernen sind das Erkennen des eigenen Lernfortschritts und die Freude am Üben. Herausforderungen bestehen vor allem bei der Anwendung neuer Wörter im Arbeitsalltag und beim Einprägen von Begriffen. Auch konkret gewünschte Funktionen – wie Beispielsätze oder die Möglichkeit, Aussprache zu üben – decken sich mit der geplanten Weiterentwicklung.
Ergänzend haben wir Gespräche mit DaF/DaZ-Lehrkräften, Ausbilder:innen sowie Berufsexpert:innen geführt. Ein zentraler Befund: Es besteht großes Interesse an einem fertigen, qualitativ hochwertigen Lernwerkzeug. Die Kapazitäten, eigene Inhalte zu erstellen oder in ein Redaktionssystem einzupflegen, sind allerdings begrenzt. Gewünscht ist ein Tool, das die Wissensvermittlung unterstützt, ohne erheblichen zusätzlichen Arbeitsaufwand zu verursachen. Diese Rückmeldungen bestärken unseren Ansatz, umfangreiche Lerninhalte zentral und qualitätsgesichert bereitzustellen.

 

Ausblick 2026: Mehr Berufe, besseres Verständnis

Aufbauend auf den Entwicklungen und Erkenntnissen aus 2025 haben wir einen klaren Fokus für 2026 gesetzt.
Zum einen wollen wir Lerninhalte für eine Vielzahl weiterer Berufe verfügbar machen. Die 2025 entwickelten KI-gestützten Prozesse und klar definierten Qualitätsstandards bilden dafür die Grundlage. Durch das breitere Angebot an verfügbaren Berufen können mehr Menschen beim Lernen unterstützt und Kooperationen erleichtert werden.
Zudem möchten wir ein tieferes Verständnis dafür aufbauen, wie mit Lunes gelernt wird. Aktuell liegen nur begrenzte Einblicke vor, wie Lernende Lunes tatsächlich nutzen – ob die App regelmäßig zum Einsatz kommt, an welchen Stellen Lernende abbrechen und welche Lernmodi besonders wirksam sind. Diese Lücke möchten wir 2026 gezielt adressieren. Systematisch erhobene Daten zum Nutzungsverhalten mit besonderem Fokus auf Abbruchgründe und Lernmotivation sollen eine wichtige Grundlage für die weitere Gestaltung von Lunes bilden.

 

Gemeinsam wirken

Herzlichen Dank an alle, die Lunes unterstützen und nutzen – ob als Lernende, Lehrende oder Partner. Wir freuen uns auf die gemeinsame Weiterarbeit am Abbau von Sprachbarrieren im beruflichen Kontext.